Ein Regisseur am D3-Tropf
| Titel | Final Destination 4 |
| Filmbewertung vom | 05.09.2009 |
| Redakteur | Martin Graetz
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Film Bewertung Jetzt will es Hollywood definitiv wissen. Bereits seit über einem halben Jahrhundert doktert die Unterhaltungsmetropole vergeblich an einem Verfahren, bei dem alles - vor allem aber Mord und Totschlag - lebensechter wirkt und dennoch bezahlbar bleibt. Weil sich der aktuelle Entwicklungsstand absehbar wohl nicht steigern lässt, feiert die Filmwirtschaft den stagnierenden Standard einstweilen als optimales Ergebnis. Dabei rührt die dafür unerlässliche Sehhilfe an das alte Projektionsdilemma; ohne die Licht schluckende Brille geht’s überhaupt nicht.
Zwar gäbe Freund Hein im vorliegenden Fall kaum eine bessere Figur ab, wäre er auf herkömmliche Weise in die unsinnige Materialschlacht gezogen. Nur tritt so sein erstmaliger Crash mit der Spekulationsblase 3D besonders augenfällig zutage. Hier spendiert der Tod reichlich Futter für Debile. Laut Pressetext ist er ja „der Bösewicht.“ Da liegt die Schlussfolgerung nahe, die Protagonisten mit übernatürlichem Geschwätz auszustatten, damit das Gleichgewicht der Schrecken für Teil 5 bis 11 erhalten bleibt.
Die Ausgangslage orientiert sich naturgemäß am technisch Möglichen. Und einzig in dieser Hinsicht holt der Film ein paar beängstigende Pünktchen. Die übrigen Kriterien eines annehmbaren Horrort-Thillers hält sich die visuelle Schlachtplatte bewusst vom Leib. FINAL DESTINATION 4 funktioniert nach dem Zehn kleine Negerlein Prinzip – wie zuvor drei Mal gehabt ohne tragfähige Geschichte und wiederum von namenlosen Aushilfskräften simuliert. Auffällig zudem, wie unverblümt Regisseur David R. Ellis den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit trotzt. Seine unappetitliche Blutorgie ist auch ein Anschlag wider die ästhetische Balance des Zuschauers. Erneut also geht der Sensenmann um und bedroht eine Gruppe harmloser Twens. Nach einem stupiden Deutungsmuster der (noch) Lebenden nimmt er nach Hackepeter-Art Einfluss auf die Bevölkerungsstatistik. Frage: Können die Jugendlichen ihrem Schicksal entgehen, lässt sich der Tod austricksen? Und wenn ja, warum nicht? Die Antwort kennt nur der Jauch.
Bewertung
20%
© 2012 Martin Graetz
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