Zeiten des Aufruhrs - Redaktionelle Kommentare Film

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Gesellschaft gestern und heute

TitelZeiten des Aufruhrs
Filmbewertung vom14.01.2009
RedakteurMathias Bornemann
Mathias Bornemann
Zeiten des AufruhrsFilm Bewertung
Schon auf der Titanic bildeten Winslet und DiCaprio einst das Filmtraumpaar, das Millionen Zuschauer zu Tränen rührte. Nun gut zehn Jahre später, beide sind als Schauspieler merklich gereift, kehren sie als ein Paar auf die große Leinwand zurück, diesmal in einem bewegenden Drama um Liebe, Träume, Eitelkeiten und Hoffnungen. Unter der Regie von Oscarpreisträger Sam Mendes erlebt die Romanvorlage von Richard Yates eine mitreißende Adaption, die eindringlich die vielseitigen Facetten der Ehe und der damit verbundenen Kompromisse wieder spiegelt.

April (Kate Winslet) und Frank Wheeler (Leonardo DiCaprio) sind ein junges Paar mit großen Plänen und Ambitionen. Die strengen gesellschaftlichen Konventionen, die der 50er Jahre in denen sie leben, lehnen sie deutlich ab, denn ihnen schwebt ein Leben der Selbstverwirklichung vor. Mit der Schwangerschaft April´s und dem damit verbundenen Umzug ins ländliche Connecticut, bleibt jedoch nicht viel von diesem Idealismus übrig. Während Frank einem öden Bürojob nachgeht, um die finanzielle Sicherheit zu gewähren, findet sich April als Hausfrau wieder und der Traum von einer Schauspielkarriere ist längst in weite Ferne gerückt. Um diesem Leben nun zu entgehen, das beide zutiefst verachten, beschließen sie nach Europa zu gehen. Doch auch dieser Versuch dem Konstrukt aus Alltag und Selbsttäuschung zu entgehen soll nur kurzzeitig von Erfolg gekrönt sein. So gerne die beiden die Tatsache auch verdrängen mögen, die „Zeiten des Aufruhrs“ sind unaufhaltsam ...

Fazit
Trotz seines Sensationserfolgs „American Beauty“, der mittlerweile schon knapp 10 Jahre zurück liegt und des vielbeachteten „Road to Perdition“ gehört Regisseur Sam Mendes eher zu den Leisetretern in Hollywood. Gerade einmal alle drei Jahre veröffentlicht dieser einen neuen Film, die alle etwas gemeinsam haben: Den kritischen Blick auf die amerikanische Gesellschaft. Dass dabei ein Stoff, der in den 50er Jahren spielt, nicht zwingend nur eine Rückbetrachtung bedeuten muss, liegt an Mendes diffiziler Herausarbeitung von Gemeinsamkeiten mit aktuellen Zeitströmungen. So eröffnet sich dem Zuschauer nicht nur ein bewegendes Ehedrama nebst Sittenbild der 50er sondern gleichwohl ein Gleichnis über persönliche Selbstverwirklichung versus Gesellschaft, das großartig inszeniert und hervorragend gespielt ist.

Bewertung
75%

© 2012 Mathias Bornemann
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