Geister - Redaktionelle Kommentare DVD

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Geister

TitelGeister
Kaufstart 03.08.2007
Kommentar vom30.07.2007
RedakteurMathias Bornemann
Mathias Bornemann
GeisterDer Film
Im königlichen Reichskrankenhaus von Kopenhagen, dem größten Hospital des Landes, ist einiges los. Ein Stationsarzt recycelt im Keller gewinnbringendes Kokain, ein Schwedischer Oberarzt versucht verzweifelt eine verpfuschte Operation zu vertuschen und der Sohn des Chefarztes verliert dummerweise einen abgetrennten Kopf, den er sich zwecks privater Zurschaustellung ausgeliehen hatte. Als ob das alles nicht genug wäre, spukt es in dem Gemäuer gewaltig. Der amateurhaften Geistesjägerin Sigrid Drusse (Kirsten Rolffes) gelingt es zwar Kontakt mit einem verstorbenen Mädchen aufzunehmen, doch ihre Geistesaustreibungen führen nicht zum erwünschten Erfolg. Die maroden Gemäuer der Klinik, deren Fundamenten auf uraltem Sumpfland stehen, bleiben fest im Griff des Bösen. Groteskes Mobbing und überzeichnete Intrigen unter der Belegschaft beweisen, dass trotz Zombies und Monsterbabys in diesem schrägen Hospital die größte Gefahr von den Menschen ausgeht.

Der Kommentar
Fast schon absurd erscheint der Genremix den Lars von Trier hier konzipiert hat. Horror, Komödie, Soap und nicht zu letzt eine Menge Mystery sind die Rezeptur der mittlerweile schon Kultstatus genießenden Serie von 1994. Und auch über zehn Jahre nach dem ursprünglichen Erscheinen kann man sich nicht der Wirkung entziehen, die dieser Produktion inne wohnt. Während seinerzeit David Lynch mit “Twin Peaks“ für Furore sorgte, setze sich in Dänemark ein noch junger Regisseur hin, um einen quasi Gegenentwurf zu erstellen. Keine stilisierte Bildkomposition, kein perfekter Ton und doch birgt die Serie Suchtpotenzial, denn die dramaturgischen Wendungen, immer wieder neue, offen Fragen und der subtil eingesetzte Humor, halten den Zuschauer mit gebannter Spannung bei der Stange. An Aufhören ist hier gar nicht zu denken, denn immer mehr wird man hineingezogen in diese teilweise surreale Welt. Ein Grund dafür ist gewiss der unmittelbare Stil, mit fast schon dokumentarischem Charakter. Eben jener Stil hat das ganze weitere Filmschaffen des Regisseurs beeinflusst und nicht nur seines sondern das einer ganzen Generation junger skandinavischer Filmemacher. Keine Frage ist “Geister“ nach wie vor eine überaus sehenswerte Produktion in der es immer wieder etwas zu entdecken gibt und die einfach in die heimische DVD Sammlung gehört.

Das Bild
Da es sich hier um eine fürs TV produzierte Serie handelt darf gewiss kein Hochglanzbild erwartet werden. Ein weiteres Kriterium ist das Stilmittel der Handkamera, was zunächst sehr unruhig wirkt, bei näherer Betrachtung jedoch einen unmittelbaren Realitätscharakter vermittelt trotz der teilweise surrealen Handlung. Legt man dies also zu Grunde wie auch das 4:3 Bildformat, ist die Bildqualität keineswegs so schlecht wie sie zunächst erscheint. Für die Umsetzung auf DVD wurde das möglichste unternommen, dem Zuschauer ein Bild zu bieten das das Beste aus der Vorlage herausholt.

Der Ton
In der ersten Auflage (2005) der Serie lag es den DVD Machern vor allem am Herzen eine ungekürzte Fassung in den Handel zu bringen. Dies hatte jedoch zur Folge, dass einige Szenen nur in der dänischen Sprachfassung vorlagen, da diese für die hiesige TV Auswertung erst gar nicht synchronisiert wurden. Wirklich entspannt war das gucken dann natürlich nicht, denn immer mal wieder wechselte der Ton vom deutschen ins dänische. Für die aktuelle Neuauflage jedoch wurde der Ton komplett überarbeitet und stellt somit erstmals die wirklich komplette Fassung dar. Wie schon im Kapitel Bildqualität erwähnt, gilt es auch bei der Tonqualität gewisse Abstriche hinzunehmen. Eine Dolby Digital 5.1 Abmischung oder gar eine DTS Tonspur wird hier natürlich nicht geboten, der Zweikanal-Stereoton jedoch ist durchaus solide und vor allem fügen sich die nachsynchronisierten Szenen homogen ein, so dass ein rundes Klangbild geboten wird, dass sowohl der Grundkonzeption entspricht als auch den Heimkinofan zufrieden stellen wird.

Die Ausstattung
Schön verpackt in einer stabilen Box, macht die “Geister (Arte Edition)“ schon optisch einen sehr guten Eindruck, um sich in der heimischen DVD Sammlung einzufinden. Ein Booklet findet man zwar nicht vor, dafür bieten aber der Silberlinge dann einige Extras. Diese sind nicht wie üblich auf einer Extra DVD gebündelt sondern sind aufgeteilt auf den vier Scheiben vorzufinden. Neben Trailer, Musikvideo zum Titelsound und acht ursprünglichen Werbespots zur Serie, wissen vor allem die Behind the Scenes zu gefallen. Einige Akteure wie auch der Regisseur selbst berichten darin von ihren Erwartungen an die Serie, die letztliche Umsetzung und wie ihr Leben dadurch geprägt wurde. Ein weiteres Highlight ist gewiss das exklusiv produzierte Featurette mit Udo Kier. Wenn dies auch nur acht Minuten umspannt, ist es dennoch sehr informativ und in jedem Fall eines Blickes wert, denn Udo Kier ist zweifelsohne einer der charismatischsten deutschen Schauspieler die es gibt. Abgerundet werden die Extras mit einem der Serie begleitenden Audikommentar von Lars von Trier, der gerade für Fans des Regisseurs noch mehr Einblicke in dessen kreative Denkprozesse bietet.

Film Bewertung
90%
Bild Bewertung
70%
Ton Bewertung
70%
Ausstattung Bewertung
70%

© 2012 Mathias Bornemann
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