Blind Beast
| Titel | Blind Beast |
| Kaufstart | 14.09.2007 |
| Kommentar vom | 10.09.2007 |
| Redakteur | Mathias Bornemann
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Der Film Aki (Mako Midori)ist eine bildschöne, junge Frau die ihr Aussehen auch profitabel einzusetzen versteht. Regelmäßig posiert sie für erotische Fotoaufnahmen und verkörpert spielend die Unnahbahre. Neben vielen Bewunderern soll es aber auch einen Mann geben der geradezu vernarrt in sie ist. Michio (Eji Funakoshi), ein blinder Amateurbildhauer ist besessen von schönen Frauen, vor allem aber deren Körpern. Immer wieder stellt er ihr nach, bis er schließlich zum Äußersten geht. Getarnt als Masseur gelingt es ihm, sich der Schönheit unmittelbar zu nähern und sie schließlich zu verschleppen. In seinem Reich, ein surrealistisch anmutendes Atelier, will er sein Meisterwerk erschaffen, nämlich eine perfekte Skulptur nach Aki´s Abbild. Diese ist davon natürlich keineswegs begeistert und unternimmt diverse Fluchtversuche, die jedoch vor allem von Michios Mutters vereitelt werden, die mit ihrem Sohn das Atelier bewohnt. Sonderbarer Weise scheint die Gegenwehr aber zunehmend einer Faszination gegenüber dem Entführer zu weichen. Mehr und mehr lässt sich Aki, deren sadomasochistische Tendenzen anfänglich im Prolog angedeutet wurden, auf ein abartiges Spiel mit ihrem Peiniger ein, dass schließlich in einer Spirale aus Gewalt sowie sexueller Leidenschaft gipfelt und dessen Ende kompromisslos schockierend ist.
Der Kommentar Basierend auf einer Kurzgeschichte des japanischen Autors Edogawa Rampo, entwarf Regisseur Yasuzo Masumura eine filmische Adaption, die auch knapp vierzig Jahre nach ursprünglichem Erscheinen noch ein Faszinosum darstellt. Was zunächst wie eine Entführungsgeschichte beginnt, wandelt sich zunehmend in eine kammerspielartige Orgie, die mit beeindruckenden Bildern und verstörendem Inhalt den Zuschauer zu bannen vermag. Das schockierende an diesem Filmerlebnis ist nicht allein die Thematisierung von Sexualität im japanischen Kulturkreis, sondern vielmehr die Andersartigkeit derer. Was hierzulande schnell als Perversion abgestempelt werden würde, scheint in Japan eher zur Normalität zu gehören. Zugegebenermaßen nicht in einer letztlich so drastischen Entwicklung, wie es im Film dargestellt wird, jedoch sind die Fallhöhe und das schockierende Moment für den hiesigen Kulturkreis ungleich größer und stellten somit Anfang der Siebziger ein filmischen Tabubruch dar, der keine vergleichbaren Pendants hatte. Aber auch heutzutage, nach hinlänglicher Sexualisierung in Film und Fernsehen findet man selten eine solch kompromisslose Thematisierung von umgekehrten Ödipuskomplex, den die Mutter in Bezug auf Michio verkörpert und über die Grenzen hinausgehende sexuelle Praktiken. Somit erweist sich Masumuras Werk gewiss als zeitloses Dokument das in jedem Fall besondere Beachtung verdient.
Fazit:
Zu Recht darf dieser Film der Rubrik Kult zugeordnet werden, bei dem eine qualitativ bessere DVD-Aufbereitung jedoch wünschenswert gewesen wäre.
Film Bewertung
80%
Bild Bewertung
50%
Ton Bewertung
50%
Ausstattung Bewertung
10%
© 2012 Mathias Bornemann
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