Nightmare Detective - Redaktionelle Kommentare DVD

(1 Bewertung, Details)

Kein klassischer Horror

TitelNightmare Detective
Kaufstart 27.07.2007
Kommentar vom21.05.2008
RedakteurMathias Bornemann
Mathias Bornemann
Nightmare DetectiveDer Film
Die junge Polizistin Keiko ermittelt in zwei mysteriösen Todesfällen. Beide Leichen werden bestialisch entstellt in ihren Betten aufgefunden, ohne Hinweis auf Fremdeinwirken. So sieht zunächst alles wie Selbstmord aus, doch Keiko findet einen bizarren Zusammenhang zwischen den Toten heraus: Beide wählten kurz vor ihrem grausamen Ende die Zahl „0“ auf ihren Mobiltelefonen. Die Ehefrau eines der Opfer ist überzeugt, dass ihr Mann nachts in seinen Träumen angegriffen wurde. Liegt der Schlüssel zu den rätselhaften Ereignissen in den Träumen der Opfer? Als Keiko einen Mann mit dem mysteriösen Namen „Nightmare Detective“ aufspürt, der angeblich in die Träume anderer eindringen kann, wittert sie eine Spur. Doch damit begibt sie sich selbst in tödliche Gefahr, denn Träume kann niemand kontrollieren...

Der Kommentar
“Nightmare Detective“ ist das jüngste Projekt vom japanischen Mulitalent Shinya Tsukamoto. Hierzulande lief der Film ausschließlich auf dem Fantasy Filmfest das jährlich in mehren deutschen Metropolen, zur wachsenden Begeisterung des Publikums, stattfindet. Umso erfreulicher ist es, dass dieser Film nun auch eine DVD-Auswertung erhält. Wer klassischen Horror erwartet, wird sicher nicht so sehr auf seine Kosten kommen, Liebhaber von Mysterie hingegen dürften ihre helle Freude haben. In teilweise sehr klaren Bildern, dann aber wiederum fast surreal anmutenden Traumsequenzen entführt der Regisseur in eine Welt die fast schon an Lynch heranreicht. Doch eine Kopie des amerikanischen Independentregisseurs braucht man nicht befürchten, denn Tsukamoto hat eben doch einen ganz eigenen Stil, gespickt mit phantastischen Momenten die Gänsehaut garantieren.

Das Bild
Auf Grund der vielen verwendeten Stilmittel zur Verfremdung des Bildes fällt eine klare Einschätzung der Qualität schwer. So könnte ein teilweise auftretendes Bildrauschen, vor allem in der Eingangssequenz durchaus gewollt sein, als auch Kompressionsbedingt sein. Ganz sicher gewollt sind die ausgeblichenen Kontraste, die in einigen Szenen sogar stark blau- und grünstichig wirken. An der Bildschärfe lässt sich überdies auch kaum etwas bemängeln. Im Vergleich zu vielen anderen aktuellen Asia-Veröffentlichungen hebt sich dadurch die Bildqualität deutlich vom Durchschnitt ab.

Der Ton
So überzeugend das Bild auch ist, umso stärker schwächelt der Ton. Zum Glück jedoch nicht auf allen Kanälen. Die japanische Tonspur, die fälschlicherweise als französische angegeben ist, schneidet am schwächsten ab. Hier muss die Anlage schon um einiges aufgedreht werden um den Dialogen folgen zu können. Leider gesellt sich dadurch aber ein unangenehmes Rauschen dazu. Hierzulande dürfte jedoch die deutsche Fassung eh mehr von Interesse sein und vorweg gesagt die Synchronisation ist für einen japanischen Film durchaus gut geraten. Auf der Dolby Digital Spur fehlt es dem Bass ein wenig an Tiefe und der Center wirkt etwas dumpf. Ganz anders auf der DTS Spur. Hier wummert der Bass merklich stärker und auch der Center weist einen klareren Klang auf. Was die Surroundeffekte angeht, fehlt es jedoch auf allen drei Kanälen am gut ausbalancierten Raumklang. Hier kommt einfach zu wenig, aber wie schon in den anderen Disziplinen ist der DTS Ton derjenige, der die besseren Ergebnisse erzielt.

Die Ausstattung
Bei einem Verkaufspreis von gerade mal 15€ bekommt der Kunde hier richtig was geboten für sein Geld. Erstes auffallendes Merkmal ist zunächst die stilvolle Verpackung. Damit die DVD auch in der heimischen Sammlung gut hervorsticht wurde sie zusätzlich mit einem Pappschuber versehen. Auch auf der Scheibe präsentiert sich die Ausstattung von ihrer besten Seite. Während auf der Verleihversion lediglich der Originaltrailer zu finden war, gibt es hier eine wahre Fundgrube zu entdecken. Den Anfang macht ein kleines Gimmick vor dem Hauptfilm, wo der Regisseur Tsukamoto den Zuschauer freundlich begrüßt und viel Spaß beim Film wünscht. In der Kategorie Extras geht es dann weiter. Neben dem obligatorischen Trailer und einer Fotogalerie gibt es vier weitere Kategorien. Zunächst darf der Zuschauer im creature of einen Blick hinter die Kulissen werfen. Hier zeigen die Macher sehr schön, wie einige Effekte entstanden sind. Schwerpunktmäßig sieht man hier Dummys die den Schauspieler in Metzelszenen ersetzen und die kreative Arbeit der Maskenbildner. Weiter geht es mit einem informativen und ausführlichen Interview mit dem Regisseurs und einem Ausschnitt vom Nipponconnection-Festival, bei dem er dem Publikum Rede und Antwort stand. In diesem Publikumsgespräch erfährt man auch, dass Tsukamoto eine Fortsetzung plant. Aber nicht nur der Regisseur kommt zu Wort sondern auch die Darsteller dürfen von ihren Dreherfahrungen berichten. Dies findet sich im letzten Menüpunkt, nämlich der Promotion zum Film. Alle Beiträge liegen im Originalton mit einer guten deutschen Untertitelung vor. Wenn auch die Bildqualität an manchen Stellen etwas dürftig ist, so ist es dennoch sehr erfreulich einen so vielseitigen Einblick in die Entstehung des Films zu bekommen.

Film Bewertung
74%
Bild Bewertung
88%
Ton Bewertung
57%
Ausstattung Bewertung
69%

© 2012 Mathias Bornemann
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