Die Geschwister Savage - Film

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Die Geschwister SavageSeit vielen Jahren haben Wendy Savage (LAURA LINNEY) und ihr Bruder Jon (PHILIP SEYMOUR HOFFMAN) kaum Kontakt zu ihrem Vater und sich selbst haben sie auch immer mehr aus den Augen verloren. Doch als Lenny Savage (PHILIP BOSCO) im exklusiven amerikanischen Rentnerparadies Sun City Symptome einer fortschreitenden Demenzerkrankung zeigt, zwingt das die Geschwister, sich bitteren Kindheitserinnerungen und einer unangenehmen Aufgabe zu stellen. Jetzt müssen sie sich um einen Mann kümmern, der sie schlecht behandelt und im Stich gelassen hat. Zerrissen zwischen Verachtung und Mitleid suchen sie ein Pflegeheim für den Vater. Was sie finden ist ein trister Kompromiss. Was sie erleben ist eine neue Erfahrung, die die Hilflosigkeit eines alten Mannes, aber auch die seiner Kinder zeigt. Die Konfrontation mit dem körperlich-geistigen Verfall lässt Wendy und Jon ihr Leben und die Beziehung zum Vater überdenken. Manche  Wunden verheilen, andere brechen neu auf. Sie können nicht jede Distanz überwinden, aber sie finden in der gewonnenen Nähe zueinander Trost für die Zukunft ...

 

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TitelDie Geschwister Savage
OriginaltitelThe Savages
GenreDrama, Komödie
ProduktionslandUSA
Produktionsjahr2007
Kinostart-Datum24.04.2008
Erststart24.04.2008
FSKFreigegeben ab 12 Jahren
Laufzeit1 Min.
Regie Tamara Jenkins
Darsteller Laura Linney, Philip Seymour Hoffman, Philip Bosco, Peter Friedman, David Zayas, Gbenga Akinnagbe
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Produzent(en)Anthony Bregman, Jim Burke, Anne Carey, Lori Keith Douglas, Ted Hope, Alexander Payne, Jim Taylor, Erica Westheimer, Fred Westheimer
WebsiteDie Geschwister Savage Website
Verleih Twentieth Century Fox of Germany GmbH
Die Geschwister Savage - Single Edition, DVD
Bauten/DekorationsbauSuttirat Anne Larlarb, Mario Ventenilla
Buch/DrehbuchTamara Jenkins
Bühnenbildner/
Bühnenausstatter
Chris Keating, Carrie Stewart
CastingJeanne McCarthy
KameraW. Mott Hupfel
Kamera- u. Elektrik-CrewPeter Agliata, Ryan Bushman, Ian Carmody, Marshall Coles, Divine Cox, Lamont Crawford, Joseph Czerw, Leighton Edmondson, David Flanigan, Dan Hersey, Kevin Kilcher, Jimmy Macmillan, Dave McAllister, Iris Ng, Steve Peloquin, Andrew D. Schwartz, Gary W. Shaw, Ken Shibata, Elisa Vasquez, Franz Wise
KostümDavid C. Robinson
MaskeClaudia Breckenridge, Shannon Harrington, Jason Hayes, Cassandra Keating, Stacey Panepinto
MusikStephen Trask
ProduktionsmanagerJonathan Ferrantelli, Brian McNulty, Robin Sweet
SchnittBrian A. Kates
SpezialeffekteJ.C. Brotherhood
StuntsStephen Mann, Brian Smyj
SzenenbildJane Ann Stewart
TonAnthony Adams, Benjamin Cheah, Benjamin Cheah, Marko A. Costanzo, Robert Fernandez, Heather Gross, Paul Koronkiewicz, George A. Lara, Eric McAllister, Mathew Price, Jacob Ribicoff, Timothea Sellers, Dominick Tavella, Ronald L. Wright
Visual effectsDavid Cole, Donnie Creighton, Matt Sell
Kommentare (1)add comment

Martin Graetz schreibt:

 
Aus dem Schattenreich der Seele

Man kann in unseren tabulosen Zeiten alles bereden, beschreiben oder verfilmen – also auch die Hinfälligkeit des Menschen. Wobei das Vermarktungsherz aber im Zweifelsfall für den dramatischen Abgang schlägt. Der mähliche Verfall eines Homo sapiens, dem der Unterschied zwischen Schnitzel und Klobrille schon mal schnurz ist, liegt nicht unbedingt auf der Ideallinie kassenträchtiger Unterhaltungskriterien. Dennoch überrascht uns das Kino immer wieder mit grandiosen Ausnahmen. [weiterlesen]
Zuletzt glänzten Judi Dench (unter anderem bei MI 6 im Dienste Ihrer Majestät, einzige Frau, die James Bond nicht anschmachtet) in Richard Eyres IRIS (2001) und Julie Christie (John Schlesingers unvergessener „Darling,“ 1965) in Sarah Polleys überzeugender Talentprobe AN IHRER SEITE (2006) als Demenzkranke. Von gleicher Güte, wenn auch weniger über die emotionale Bande gespielt, thematisierte jetzt die Autorin und Regisseurin Tamara Jenkins die Alzheimer-Krankheit. Im Mittelpunkt steht gleichwohl nicht jenes neurodegenerative Phänomen, das in seiner häufigsten Form erst bei Menschen ab dem 65. Lebensjahr auftritt und über dessen Ursachen (im Gegensatz zu seinen Folgen) man im globalen Dorf noch wenig weiß, sondern der familiäre Hintergrund - ein filmkünstlerisch überfälliger Ansatz, den Tamara Jenkins intelligent verwirklicht. Vor allem das direkte Umfeld der Betroffenen schultert ja die große Last, während sich das Bewusstsein der eigentlichen Opfer bereits weggeschlichen hat.

Aber die Geschwister Savage in ihrem Lauf, halten weder Streit noch Ficus auf. Letzterer vertrocknet in der Obhut von Wendys verheiratetem Freund (Peter Friedman). Kein wirklich gutes Omen findet die und schickt den Lover in die Wüste. Ursache für die freie Sicht auf die Wendemarke war Daddy Lenny (Philip Bosco). Dessen Pfleger eröffnete den Kindern Wendy (Laura Linney) und Jon (Philip Seymour Hoffman) telefonisch, dass sie sich kurzfristig um eine Alternative bemühen müssen. Ihr Vater beschmiere die Wände mit Exkrementen.

Nun ist allein durch die Schändung des Seniorenparadieses längst nicht der üble Charakter des alten Herrn bewiesen. Er wird im Gegenteil wenigstens nicht vom eigenen Heiligenschein erschlagen. Wendy lebt in New York, versucht als Theaterautorin die Kurve zu kriegen und Bruder Jon hat sich als Professor in Buffalo etabliert. Da ist, wenn es um Papas künftige Bleibe geht, guter (Familien)-Rat fast unbezahlbar. Beide sind vom Oberhaupt, das einst von der (Ehe)-Fahne ging, das weder Mustergatte, geschweige Mustervater war, traumatisiert. Irgendwie hat es den nach Arizona verschlagen. Gibt es dennoch gute Gründe, sich um den alten Mann zu kümmern? Und wie soll eine erneute Unterbringung des sperrigen Zausels funktionieren - zwischen zwei Vorlesungen? Außerdem verlangt die akademische Anerkennung nach Veröffentlichungen. Der Abgabetermin für sein Brecht-Buch rückt bedenklich nahe. Solch beziehungstechnisches Bermudadreieck ließe sich zum Nachteil des Demenz-Kranken auch als Lumpacivagabundus-Version mit Lachgarantie inszenieren, wo den komödiantischen Facetten dieses bis heute nicht behandelbaren Krankheitsbildes kaum Grenzen gesetzt wären. Zum Glück verzichtete Tamara Jenkins auf den geschenkten Gaul. Was nicht heißt, dass Jenkins gänzlich auf Humor verzichtet. Wenn Wendy ihren verwirrten Vater mit dem Flugzeug abholt und man ihr vor dem Start Windeln für den von totalem Persönlichkeitsverlust Bedrohten zusteckt, ist das tragisch und komisch zugleich. Ebenso, wenn sich die Geschwister mit der Frage an Lenny herantasten, wie man gegebenenfalls nach seinem Ableben verfahren solle. Die Schwermut überwiegt naturgemäß bei einer Geschichte, die von der chronischen Erkrankung des Gehirns erzählt, in der körperliche Funktionen stark eingeschränkt, Sinnestäuschungen normal sind, sich sämtliche Symptome zunehmend verschlimmern. Phasenweise drückt sich der Schmerz in bitterem Humor aus. Als Wendy und Jon eine gemeinsame Autofahrt zur erregten Auseinandersetzung ihrer jeweiligen Ansichten nutzen, stellt Lenny resigniert sein Hörgerät ab. Seinetwegen kann der Ficus ruhig vertrocknen.


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23. April 2008
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