Die Schwester der Königin - Film

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Die Schwester der Königin

Mit Natalie Portman, Scarlett Johansson und Eric Bana spielen drei der aufregendsten Hollywoodstars die Hauptrollen in einem packenden Liebesdrama von historischem Format. Basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von Philippa Gregory und nach dem Drehbuch des oscarnominierten „Die Queen"-Autors Peter Morgan schaut „Die Schwester der Königin" hinter die Kulissen der Geschichtsschreibung.

Aufgestachelt durch den Ehrgeiz ihrer Familie werden die beiden wunderschönen Schwestern Anne (Natalie Portman) und Mary (Scarlett Johansson) Boleyn zu Rivalen im Kampf um Gunst und Liebe des Königs von England, Heinrich VIII. (Eric Bana). Es beginnt ein faszinierendes Spiel der Intrigen und bald eint zwar beide Schwestern die Liebe zum König, aber nur eine von ihnen wird für kurze Zeit zur Königin. Es ist die aufregende Geschichte Anne Boleyns aus der Sicht ihrer Schwester - ein prachtvolles Puzzle aus Verrat, Leidenschaft und Liebe. Europa im religiösen Umbruch und die Tücken des Lebens am Hof sind die Leinwand für dieses sinnliche Gemälde des 16. Jahrhunderts.

TitelDie Schwester der Königin
OriginaltitelThe Other Boleyn Girl
GenreDrama, Geschichte, Romanze
ProduktionslandUSA, Großbritannien
Produktionsjahr2008
Kinostart-Datum06.03.2008
FSKFreigegeben ab 16 Jahren
Regie Justin Chadwick
Darsteller Eric Bana, Scarlett Johansson, Kristin Scott Thomas, Natalie Portman, Christopher Fosh, Juno Temple
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Produzent(en)Mark Cooper, Alison Owen, Jane Robertson, Scott Rudin
WebsiteDie Schwester der Königin Website
Verleih Universal Pictures International Germany
Bauten/DekorationsbauDavid Allday, Matthew Gray, Emma MacDevitt
Buch/DrehbuchPhilippa Gregory, Peter Morgan
Bühnenbildner/
Bühnenausstatter
Sara Wan
CastingKaren Lindsay-Stewart
KameraKieran McGuigan
Kamera- u. Elektrik-CrewIan Adrian, Alex Bailey, Robert Binnall, Mark Clayton, Russell Diamond, Paul Donachie, Jason Dully, Steve Evans, Russell Ferguson, Nicky George, Mark Hadley, Glen Milner, Daniel Nightingale, Barney Piercy, Luke Redgrave, Paul Snell, Olly Tellett
KostümSandy Powell
MaskePaul Gooch, Suzanne Jansen, Ivana Primorac, Nikita Rae, Andy Seston, Heba Thorisdottir
ProduktionsmanagerTania Windsor Blunden, Mally Chung, Rachel Neale
SchnittPaul Knight, Carol Littleton
SpezialeffekteStuart Brisdon, Paul Clancy, Mark Haddenham, Steve Knowles, Ian Lowe, Terry Palmer, Nigel Wilkinson
StuntsAndy Butcher, Paul Hornsby, Derek Lea, Tony Lucken, Gerard Naprous, Lee Sheward
SzenenbildJohn Paul Kelly
TonAntony Bayman, Peter Burgis, John Casali, Ed Colyer, James Corless, Gary Dodkin, Mike Dowson, Robert Edwards, Glen Gathard, Paul Govey, Arthur Graley, Ashley Haller, James Harrison, Nigel Heath, John Midgley, Chris Murphy, Julian Slater, Ian Wilkinson, Harry Barnes
Visual effectsLucy Ainsworth-Taylor, Jonathan Attenborough, Angela Barson, Matthew Bristowe, Stuart Bullen, Luke Butler, Jon Capleton, David Gibbons, Ryan Hutchings, Owen Jones, John Leonti, Begoña Lopez, Marlin McGlone, Elliot Newman, Olivier Pron, Ollie Rankin, Steve J. Sanchez, David Swift, Aaron Taylor, Adam Walker
Kommentare (1)add comment

Martin Graetz schreibt:

 
Geschieden, geköpft, gestorben.

Also wirklich Heinrich, mir graut`s vor dir. Nicht etwa wegen deiner Schoß-abhängigen Hochrechnungen zum Wohle des britischen Weltreichs, sondern aufgrund deren mörderischer Arithmetik - auch wenn nur zwei (von sechs) der Angetrauten auf dein hochwohlgeborenes Betreiben hin den Kopf verloren. Entsprechend drastisch nimmt die zweite Hälfte des bei Insulanern noch immer bekannten Abzählreims Bezug auf die Davongekommenen: „Geschieden, geköpft, überlebt.“
Heinrich der VIII. (1491-1547) von England hat die Historie durch sehr anrüchige Eskapaden beglückt. Deren Tragweite zog schließlich (1535) sogar den Bruch mit Rom nach sich. [weiterlesen]

Da der (ersten) Verbindung mit Katharina von Aragòn (1485-1536) kein männlicher Thronfolger beschieden war, ließ der König die Ehe gegen den ausdrücklichen Willen von Papst Clemens VII. für nichtig erklären und nahm die Abspaltung von der römisch-katholischen Kirche in Kauf. Der daraufhin gekündigte Generationenvertrag wurde mit erzwungener Rücksicht auf Heinrichs machtpolitische Libido neu definiert. Per Suprematsakte installierte das Parlament als künftiges Oberhaupt der Anglikanischen Kirche irdische Gewalt - die Krone. In der Folge wusste sich Heinrich noch rigoroser von Mätressen oder Ehefrauen loszusagen. Mit Anne Boleyn, der nächsten Dame beim selben Herrn, kam intriganter Schwung in den royalen Dschungelcamp. Letztlich aber - und hier geht ihr Schicksal verdächtig auf Tuchfühlung zur neuzeitlichen Königin der Herzen - scheiterte auch sie.
Über Britanniens Monarchie scheint der Regenbogen geschichtlicher Geisterbeschwörung an den Himmel genagelt.
Selbst zweimal kurz hintereinander ELIZABETH (1998 und 2007) war dem Volk noch nicht genug.
Systematischer denn je wird der weltweite Fundus nach romantischer oder gewalttätiger Verwendbarkeit der Herrscherdynastien abgeklappert – nur eben noch nicht von allen. Die medialen Heuschrecken schert es einen Feuchten, ob die Thematik schon einmal vielschichtiger und historisch präziser auf die Leinwand kam. Jetzt orderte man Justin Chadwick, um der heißen Intro für das goldene Königreich Beachtung zu schenken. Dass der TV-Regisseur mit den Boleyn-Sisters das Abschlusswochenende der Berlinale krönen durfte, mag man dem künstlerischen Depressivum dieses Jahrgangs zugute halten; besser wird die pompöse Ausweitung des blaublütigen Krisenherdes dadurch nicht. Ein weiteres Mal steht der äußere Aufwand im Missverhältnis zum Substanziellen. Dennoch wird wohl der rote Teppich für die beiden weiblichen Stars N. Portman/S. Johansson seine Wirkung bei der Zielgruppe nicht verfehlen.
Die Handlung des Historienschinkens stützt sich ausschließlich auf eine zweifelhafte Romanvorlage von Philippa Gregory. Im Angebot ist ein Kessel kunterbunter Alpträume: Machtgier, Verrat, Intrigen, Leidenschaft und natürlich mal echte, mal knallhart kalkulierte Liebe. Aus ihnen mixt Drehbuchautor Peter Morgan, zu Recht viel gelobt für THE QUEEN, einen extrem schnell löslichen Inhaltsstoff.
Die zentralen Figuren, Mary und Anne Boleyn, sind erst in tiefer Freundschaft, später in herzlicher Feindschaft verbunden. Von der machtbewussten Familie auf den frustrierten King angesetzt, buhlt das Geschwisterpaar zeitversetzt um die Gunst Heinrich des VIII. Während es die sanftmütige Mary (Scarlett Johansson) zufrieden ist, mit dem Landesvater das Lager zu teilen, peilt Anne (Natalie Portman) den Thron an. Das ist ein Ziel, aufs innigste zu wünschen; freilich sehr gefährlich.
Zum allfälligen Verdrängungswettbewerb steuert Anne enormes taktische Geschick und beträchtlichen Ehrgeiz bei. Doch sie gebietet nicht über die biologischen Gesetzmäßigkeiten. Ein Königreich also für einen Stammhalter. Daraus wird nichts. Und eine Tochter ist halt eine Tochter, ist eine Tochter.....Der Film reklamiert eindeutig die Sympathiewerte des Buches für Mary Boleyn. Wenngleich die Faktenlage zwischen den Rivalinnen nicht so eindeutig gewesen sein soll. Egal, es wäre zu verschmerzen, verdrückte sich die Personalie bei Hofe nicht in die Kulissen. Die Bedeutung Heinrich des VIII (der schlanke Eric Bana aus „München,“ 2005) spielt Chadwicks Inszenierung wesentlich auf eine gekränkte Randnotiz herunter, indem sich beispielsweise die Auserwählte (zunächst) seiner Gunst entzieht, wenn Majestät auf einen Sprung zu kommen beliebt. Da fasst einen des Kinos ganzer Jammer an. Die Staatsgeschäfte waren diesem „Machtmenschen“ offensichtlich fremd, auf die (unbestreitbare) Qualifikation für das Amt verweist lediglich sein prächtiges Business-Outfit - wie zur Brautschau geschaffen. Misslich, dass auch die Darstellerleistungen insgesamt keine Offenbarung sind. Einzig Natalie Portman in der weiblichen Hauptrolle ist (bis das Schafott uns scheidet) ein Aktivposten. Kollegin Scarlett Johansson hingegen darf sich glücklich schätzen, dass ihr gerade jener eine Gesichtsausdruck abverlangt wurde, der ihr mimisches Potential ausmacht.
Fazit: Jugendfreie Frühstücksversion von Leidenschaft, Verrat und Intrigen.

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09. März 2008
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