Die Liebe in den Zeiten der Cholera - Film

(0 Bewertungen)
Die Liebe in den Zeiten der Cholera

An einem schicksalhaften Tag des Jahres 1879 verliebt sich der bettelarme Telegrammbote Florentino (Javier Bardem) unsterblich in Fermina (Giovanna Mezziogiorno), die schöne Tochter eines wohlhabenden Geschäftsmannes. Tagtäglich schreiben sich die beiden Liebesbriefe, doch als Florentino um Ferminas Hand anhält, lehnt sie ab und heiratet stattdessen einen angesehenen Arzt. Florentino aber gibt die Hoffnung nicht auf und verfolgt das Leben seiner Angebeteten und ihrer Familie mit größter Aufmerksamkeit, während er selbst zahllose Affären eingeht und zum Direktor der Karibischen Flussgesellschaft aufsteigt. 51 Jahre, neun Monate und vier Tage später, auf der Beerdigung ihres Gatten, steht Florentino abermals vor Fermina und gesteht ihr nochmal seine Liebe...

TitelDie Liebe in den Zeiten der Cholera
OriginaltitelLove In The Time Of Cholera
GenreDrama, Romanze
ProduktionslandUSA
Produktionsjahr2007
Kinostart-Datum21.02.2008
FSKFreigegeben ab 12 Jahren
Laufzeit138 Min.
Regie Mike Newell
Darsteller Laura Harring, Javier Bardem, Benjamin Bratt, John Leguizamo, Hector Elizondo, Liev Schreiber
» mehr
Produzent(en)Noel Donnellon, Brantley M. Dunaway, Danny Greenspun, Robin Greenspun, Scott LaStaiti, Chris Law, Jose Ludlow, Andrew Molasky, Michael Nozik, David Z. Obadiah, Michael Roban, Dylan Russell, Scott Steindorff
WebsiteDie Liebe in den Zeiten der Cholera Website
Verleih Tobis Film GmbH & Co. KG
Bauten/DekorationsbauRoberto Bonelli, John King, Paul Kirby
Buch/DrehbuchRonald Harwood, Gabriel García Márquez
Bühnenbildner/
Bühnenausstatter
Elli Griff
CastingSusie Figgis
KameraAffonso Beato
Kamera- u. Elektrik-CrewMatthew Butler, Daniel Daza, Carlos Doerr, Wilma Gómez Luengo, Gustavo Hadba, Peter Hodgson, Dylan Jones, Chaz Lyon, Rodrigo Monte, Nick Wall
KostümMarit Allen
MaskeStephen Bettles, Chris Burgoyne, Lourdes Delgado, John E. Jackson, Aaron Koons, Matthew W. Mungle, Peter Tothpal, Lynne Watson
MusikAntonio Pinto
ProduktionsmanagerTania Windsor Blunden, Mariano Carranco, Susan McNamara, Amanda Neme, Arturo Núñez, Paul Ritchie, Jennifer Wynne
SchnittMick Audsley
StuntsNeil Andrea
SzenenbildWolf Kroeger
TonPaul Apted, Mark Auguste, Sam Auguste, Jeremy Balko, John Brady, Ed Colyer, Glen Gathard, Howard Halsall, Simon Jones, Daniel Laurie, Peter Lindsay, Mike Prestwood Smith, Jamie Steele, Derek Trigg, Jack Whittaker
Visual effectsDiccon Alexander, Louie Alexander, Ben Baker, Tom Baskaya, Francesca Canducci, Frazer Churchill, Marcello Da Silva, Jerry Hall, Alistair Hamer, Adam Hawkes, Karsten Hecker, Jan Hogevold, John Inch, Ludovic Iochem, Christian Kaestner, Rafal Kaniewski, Rafiqur Khan, Marcin Kolendo, Brian Krijgsman, Esme Long, Thierry Muller, Adam Paschke, Tom Pegg, Howard Protheroe, Ian Redmond, Rajat Roy, David Shere, Asa Shoul, Anthony Smith, Nick Stanley, Scott Taylor, Odean Thompson
Kommentare (1)add comment

Martin Graetz schreibt:

 
Die Hohlkörper des Herrn Newell

Der Bolivianer Gabriel Garcìa Mà rquez, Säulenheiliger der zeitgenössischen Literatur, verschrieb sich früh dem Credo, „dass sich die Wirklichkeit nicht in äußeren Phänomenen erschöpfe, sondern das Bewusstsein und die Überlieferung dieser Wirklichkeit durch die Menschen einschließe.“ Will heißen, nicht der Versuch, die Gegenstandswelt exakt abzubilden muss angestrebt werden, sondern die Erfassung des Geistigen und Unheimlichen inmitten der Objektivität - die Verschmelzung von Realität und Phantasie. Diesem selbst gewählten Anspruch genügten seine Werke durchweg. Oslo tat das Seine, dem Meister des „magischen Realismus“ weltweite Aufmerksamkeit zu sichern; HUNDERT JAHRE EINSAMKEIT, der inzwischen über 30 Mio. [weiterlesen]
Mal verkaufte Top-Seller aus dem Jahre 1970, erfuhr durch Nobelpreisehren (1982) noch eine zusätzliche Aufwertung. Aber nicht jedes Mà rquez-Buch erwies sich als leinwandtauglich. Und obendrein waren auch die äußeren Umstände gelegentlich gegen die komplex verwobenen Miniaturen des Romanciers. So stand für die 1987 vergeigte „Chronik eines angekündigten Todes“ (mit Ornella Muti, Rupert Everett, Gian Maria Volontè) Francesco Rosi gerade, der auf dem speziellen Feld der (Mafia)-Ehre viele Meriten („Wer erschoss Salvatore G.?,“ 1961 / „Die Macht und ihr Preis,“ 1975) erwarb;
für seine „Chronik...“- Bearbeitung bekam er bei der Kritik keinen Stich. Was die italienischen Regie-Ikone seinerzeit grandios versiebte, sollte dem Briten Mike Newell („Vier Hochzeiten und ein Todesfall,“ 1994 / „Harry Potter und der Feuerkelch,“ 2005) im Ungang mit einem noch fetteren Erzählbrocken des hochproduktiven Südamerikaners gelingen? Vornehm ausgedrückt, halten sich beide Verfilmungen in etwa die Waage. Im einen, wie im anderen Fall erschöpft sich die Wirklichkeit in äußeren Phänomenen. So gesehen, hat man, weniger zart ausgedrückt, die Wahl zwischen Pest und Cholera. Nicht einen Fußbreit verlässt Newells Adaption die bildungsbürgerliche Unterhaltungsebene und begibt sich damit der Möglichkeit, „zum Kern der Liebe vorzudringen.“ In Bezug auf den opulenten Hochglanzcharakter stiehlt sein Film selbst Dr. Schiwago (1965) die Show, jenem einst von David Lean klassisch vereinfachten Gegenstück nach Boris Pasternak. Die „emotional fesselnde, epochale Liebesgeschichte“ von Mà rquez galt lange als unverfilmbar. Mit Verlaub - diesem Glauben hätte man ruhig so lange huldigen können, bis sich - in Tateinheit mit der Gnade der späteren Geburt - was Besseres findet; ein Talent, der dem „ausschließlich an Originalschauplätzen mitten im Herzen Kolumbiens“ gedrehten Farbenrausch die gebührende Tiefe abzugewinnen wüsste. Denn die Fahrlässigkeit bei der Ausgestaltung der Figuren steht in ärgerlichem Kontrast zu den detaillierten Beschreibungen derer Lebensumstände.


Der historische Hintergrund, Krieg und Titel gebende Krankheit spielen dagegen eine absolut untergeordnete Rolle. Zu besichtigen ist ein 138-Minuten-Torso, der sich als Sittengemälde über die volle Distanz am Rande der Lächerlichkeit bewegt und somit der literarischen Vorlage Gewalt antut.
Es ist viel von Liebe, von Leidenschaft, von Verzicht oder ähnlich elementaren Gefühlsbeteuerungen die Rede – allein sie bleiben allesamt Behauptung. Nichts davon kann der Betrachter nachempfinden. Das Dilemma kündigt sich bereits mit dem Jugend-Darsteller des Hauptprotagonisten Florentino Ariza an. Während sich alle anderen Schauspieler einem Alterungsprozess per Maske unter ziehen, kommen für ihn zwei verschiedene Gesichter zum Einsatz. Unax Ugalde mimt den bettelarmen und introvertierten Telegrammboten, dem seine Schwärmerei für die schöne Fermina (Giovanna Mezzogiorno) in keiner Phase zu Gesicht steht. Er möchte die Maid zum Traualtar führen, aber Vater sein dagegen sehr. Den Vorzug bekommt der weltgewandte Arzt Juvenal Urbino (Benjamin Bratt). Dieser wiederum nimmt das Ehegelöbnis nicht so genau. Dennoch steht ihm Fermina treu zur Seite. Florentinos Liebe (in reiferen Jahren von Javier Bardem verkörpert) zu der nun vergebenen Frau erlischt deshalb nicht, auch wenn er in der Folge unzählige Affären eingeht oder sich beruflich etabliert. Er macht Karriere bei der Karibischen Flussgesellschaft. Jetzt ist er jemand und er wird warten; bis Ferminas Mann eines Tages stirbt.

Und das sollte nach 51 Jahren, neun Monaten und vier Tagen tatsächlich auf tragikomische Weise der Fall sein. Die Vorsehung hat Florentino nicht aufgegeben. Noch am Todestag Urbinos besucht er die Angebetete, um ihr erneut seine tiefen Gefühle zu gestehen.
Erst im Kontext mit den geschichtlichen, kulturellen und sozialen Anmerkungen des Autors entfaltet der Stoff seine volle Wirkung. Dass der Film dem nicht zur Gänze Rechnung tragen kann, versteht sich. Aber so viel Genügsamkeit in den Zeiten des Flachsinns ist schon beunruhigend.
Mr. Newell konnte wohl auch das Team vor der Kamera nicht inspirieren – soweit es nicht ohnehin Fehlbesetzungen (wie Giovanna Mezzogiorno) waren.
Sehr enttäuschend. Viel Film um nichts.


Bewertung: 20%
Missbrauch melden
negativ bewerten
positiv bewerten
19. Februar 2008
Stimmen: +2

Kommentar schreiben
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben. Bitte registrieren, wenn Sie noch kein Konto haben.

busy
 

DVD-Neuheiten


Das Orangenmädchen DVD
Das Orangenmädchen
30.07.2010
Single Edition
Sickpigs DVD
Sickpigs
29.06.2010
Single Edition
Das Urteil - Jeder ist käuflich DVD
Das Urteil - Jeder ist käuflich
25.06.2010
Single Edition
Gigante DVD
Gigante
18.06.2010
Single Edition
(traum)job gesucht DVD
(traum)job gesucht
11.06.2010
Single Edition



Kinotraum-Newsletter

Immer besser informiert sein: Bestellen Sie den kostenlosen Kinotraum®-Newsletter!
Name:
Email:


Kinotraum-Newsletter bestellen
Powered By PageCache
Generated in 5.22035 Seconds